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in meinen Garten

„in meinen Garten“ -  vom eigenen Unbehagen

 

Eröffnung findet am Dienstag, den 14.4.2015 um 19.00 Uhr statt.

Ort: Martin-Luther-Kirche, Martin-Luther-Platz 1, 4020 Linz

 

Öffnungszeiten: Mo. – Fr. von 17.00 – 18.30 Uhr und nach Vereinbarung mit E. Hörlsberger, Tel: 0676 4206284

Dauer der Ausstellung: 15.4. – 8.5.2015

 

Begrüßung: Elisabeth Hörlsberger, evangelisches Bildungswerk

Zur Eröffnung spricht: Pfarrer Josef Prinz

Musikalische Gestaltung: Fanny Hany

 

Gezeigt werden Arbeiten aus der Werkserie „in meinen Garten“

 

„Ausgangspunkt meiner Arbeiten ist das Gefühl des Unbehagens in einer Beziehung. Ich gehe jener Form von Machtausübung und –erhaltung nach, die angelehnt an Pierre Bourdieus „symbolischer Gewalt“, auf psychischer und emotionaler Ebene operiert und gerade deshalb schwer auszumachen ist“, so die Künstlerin Iris Christine Aue über ihre installativen Zeichnungen.

 

Bei den gezeigten Arbeiten aus der Werkserie „in meinen Garten“ (sic) geht Iris Christine Aue von dem Gedanken aus, dass jede/r einen – im übertragenen Sinne – Garten besitzt, den er/sie hegt und pflegt, unterschiedlich gestaltet und nur gewissen Personen Zutritt gewährt, sie eventuell darin gefangen hält oder den Zugang sogar verweigert.  Diesen Gedanken legt sie auf zwischenmenschliche Beziehungen um und zeigt Papierarbeiten angelegt im Spannungsfeld zwischen Zeichnung und Skulptur.

 

Die Arbeit „in meinen Garten II“ stellt einen Jungen dar, umgeben von einem kniehohen Zaun, der so eng gesteckt ist, dass er keinen Schritt innerhalb dessen machen könnte. Der Junge blickt zu einem spatzengroßen Vogel, der in einigem Abstand von ihm entfernt ist.

 

Schräg gegenüber, am anderen Ende des Kirchenraumes befindet sich eine weibliche, lebensgroße Figur. Sie ist ebenfalls von einem kniehohen, enggesteckten Zaun eingesperrt. Doch richtet sich der Blick in „in meinen Garten I“ nach innen. Die Figur hält eine Brennnessel in der Hand, ihre Augen ruhen darauf.

 

Sowohl „in meinen Garten II“ als auch „in meinen Garten I“ erzählen vom Gefangensein und vom Umgang mit dieser Situation. Während der Junge sehnsüchtig in die Ferne blickt, versinkt die weibliche Figur in sich selbst. Beide hadern auf ihre Weise mit dem Eingesperrt-Sein, dabei wäre es nur ein kleiner Schritt in die Freiheit.

 

„die sind für Dich“ besteht aus einer Vase und darin ein verkehrt hineingesteckter Blumenstrauß aus dunkelblauem Papier in Scherenschnitt-Technik. Diese Arbeit thematisiert Ablehnung, Geringschätzung und implizit Wut. Der Blumenstrauß wurde nicht aus Verachtung weggeworfen, sondern demonstrativ als Aussage ausgestellt.

 

Auf kleinen gestapelten Holzpaletten liegt die Serie „Tagebücher“. Iris Christine Aue hat hierbei aus Notizheften Pflanzenblätter mit dem Skalpell herausgeschnitten. Beim Auffalten der Notizbücher entfalten sich zackige Disteln, langhalmige Gräser und spitze Sprossen. Wie bei einem Tagebuch wurde hier Seite für Seite bearbeitet. So wie sich beim Schreiben Fragmente aller Höhen und Tiefen des eigenen Lebens zusammenfinden, so bleiben mit dem Skalpell Schnitte, Löcher und Wunden, aber (sich daraus ergebend) auch das eigentlich Wesentliche – die zusammengesetzten Pflanzen - zurück.

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