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ich lass dich nicht mehr los

Eine herzliche Einladung zur

Ausstellungseröffnung von

"ich lass dich nicht mehr los"

 

- in dieser Einzelausstellung zeige ich neue Arbeiten, die wieder Macht und zwischenmenschlichen Beziehungen als Ausgangspunkt nehmen.

 

Eröffnung am 28.Jänner 2013 um 19h30,

Startgalerie im MUSA (Museum Startgalerie Artothek)

Felderstraße 6-8, 1010 Wien (neben dem Rathaus)

zur Eröffnung spricht Ursula Maria Probst

 

Ausstellungsdauer vom 29. Jänner - 21. Feber

 

Öffnungszeiten

Di - Fr 11-18 Uhr,

Do 11-20 Uhr,

Sa 11 - 16 Uhr

Mo, So und Feiertage geschlossen

 

www.musa.at

 

Mit entwaffnender Ehrlichkeit - Keine Zeit für falsche Posen

"ich lass dich nicht mehr los"

 

„Ich gehe jener Form der Gewalt nach, die der französische Soziologe Pierre Bourdieu als "symbolische Gewalt" beschrieben hat. Ihre Ausübung erfolgt nicht über sichtbare, körperliche Züchtigung.“  Ein Gefühl des Unbehagens bezeichnet Iris Christine Aue als den Ausgangspunkt ihrer raumgreifenden, ins Skulpturale vordringenden Zeichnungen der Ausstellung „ich lass dich nicht mehr los“.  Die Präsentation setzt sich aus Werken mit aussagekräftigen, gezielt ambivalent gesetzten Titeln wie „meine Liebsten“ oder „ich lass dir deine Freiheit“ zusammen. Der von Pierre Bourdieu geprägte Begriff der „symbolischen Gewalt“ wird vor allem in der Geschlechtersoziologie diskutiert und thematisiert verkannte und damit anerkannte Gewalt, die sich von der „nackten Gewalt“ unterscheidet.

Wie kann ich den anderen für mich gewinnen und ihn an mich binden und was sind die dahinter steckenden Motive, Handlungen und Strategien? In den künstlerischen Äußerungen und der inhaltlichen Konzeption von Iris Christine Aues Werk gelangt ein realpolitischer Anspruch zum Ausdruck. Eigene Beziehungs- und Liebeserfahrungen, die Hinterfragung von Macht und latenter Gewalt in persönlichen Verhältnissen, in Paarbeziehungen oder Eltern-Kind-Beziehungen, eine Analyse unserer Beziehungskompetenz fließen als für die Ausführung relevanter Subtext ein. Und damit jene Fragestellungen, die ansonsten nicht explizit an die Oberfläche treten oder in der Kunst thematisiert werden. Während die Wechselspiele zwischen Macht und  Beziehungen bislang eher unter machttheoretischen, ökonomischen und genderpolitischen Gesichtspunkten verhandelt wurden, ist im Werk von Iris Christine Aue eine ethische Dimension mit ausschlaggebend für ihren Versuch, jener sanften Gewalt auf die Spur zu kommen, die subtil emotional und psychisch manipulierend unser Leben infiltriert. Ihre künstlerische Arbeit zieht Iris Christine Aue dafür als Untersuchungsinstrument heran. Ihr Motivvokabular setzt sich mit  dem Überschreiten von Grenzen, dem Eindringen in die Intimsphäre, dem Stumm- und Sprachlosmachen, mit durch Wiederholungen sich verschärfenden Vorwürfen und Bestrafungen, der Übertragung unbewusster Informationen durch Blickkontakt auseinander. In ihrer szenischen, figurativen Umsetzung verschwendet Iris Christine Aue keine Zeit für falsche Posen oder künstlerisches Anpassungsgehabe,  sondern setzt zu jenem Umkehrschluss an, wo Kunst als Operationsfeld im Erproben neuer Methoden das intime Format der Zeichnung überschreitet und in die dritte Dimension ausgreift.

Kunstproduktion, inhaltliche Konzeption und ästhetische Erfahrung werden zum Inbegriff  einer so vorgebrachten Sorge gegenüber einer Vernachlässigung existentieller Bedürfnisse durch unsere zunehmend von digitalen Medien und von Internetforen als soziale Plattformen dominierten Kultur. Insofern gestaltet sich die Werke von Iris Christine Aue zum Manifest einer Zornigen, die jene emanzipatorischen Ideen mit der politische Kunst heute in Zusammenhang gebracht wird, auf alltägliche Umgangsformen anwendet.

 

Ursula Maria Probst

 

 

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